Strauße
Vorsicht vor dem Schnabel
Der Strauß ist ein extrem neugieriger Vogel und pickt daher gerne an allem herum. Besonders mit Brillen sollte man vorsichtig sein, da ein Strauß Gegenstände von der Größe eines Apfels verschlucken kann. Paradoxerweise kann jedoch schon ein einziger langer Grashalm, der im Hals stecken bleibt, für den Vogel tödlich sein.
Unsere Strauße sind an ihre Pfleger gewöhnt, und wir können ihre Körpersprache deuten. Unser Hahn Akseli ist zum Beispiel sehr freundlich zur Hausherrin, aber ständige Vorsicht ist dennoch geboten.
Ein gefährlicher Kicker
Ein Pickhieb mit dem Schnabel tut weh, ist aber nicht gefährlich. Wenn ein Strauß jedoch wütend wird, tritt er nach vorne aus – bis in zwei Meter Höhe, dreimal pro Sekunde und mit der Kraft eines Pferdes.
Die Kralle des Straußes ist eines der härtesten Materialien im Tierreich und kann bei einem Treffer mühelos verletzen. In der Natur sind Fälle bekannt, in denen ein Strauß sogar einen angreifenden Löwen mit einem gezielten Tritt getötet hat.
Auch bei einem Wettrennen hat ein Löwe keine Chance: Der Strauß ist der schnellste Zweibeiner der Welt. Mit etwa 70 km/h beträgt seine Schrittlänge bis zu sechs Meter. Dieses Tempo kann er bis zu einer halben Stunde durchhalten.
Adleraugen und biologische Wunder
Ein Straußenauge ist mit einem Durchmesser von 5 cm das größte aller Landsäugetiere – es ist sogar größer als das Gehirn des Vogels.
Ein Strauß kann ein Objekt von der Größe eines Stück Würfelzuckers aus drei Kilometern Entfernung erkennen. Zudem ist er der einzige Vogel, der eine Harnblase und echte Augenwimpern besitzt.
Rieseneier für die ganze Familie
Ein Straußenei wiegt etwa anderthalb Kilo, was der Menge von 25–30 Hühnereiern entspricht.
Es ist das größte Vogelei der Welt, aber im Verhältnis zur Körpergröße des Vogels eigentlich das kleinste. Würde eine Blaumeise ihre Eier im gleichen Verhältnis wie ein Strauß legen, bräuchte man eine Schubkarre, um sie zu bewegen!
In der Natur legen mehrere Hennen ihre Eier in ein Gemeinschaftsnest. Die „Haupthenne“ erkennt ihre eigenen Eier genau. Bei Gefahr durch Eierdiebe (Hyänen, Löwen etc.) schiebt sie die Eier der anderen Hennen an den Rand des Nestes, um ihre eigenen zu schützen. So stellt die Natur sicher, dass nur die stärksten Gene überleben.
Der mühsame Weg ins Leben
Ein Straußenküken hat harte Arbeit vor sich, wenn die Zeit zum Schlüpfen gekommen ist. Es muss die etwa 2 mm dicke Eierschale durch Tritte mit den Füßen und Drücken mit dem Nacken aufbrechen. Es besitzt keinen sogenannten Eizahn, den andere Vögel zum Aufbrechen der Schale haben.
Das Küken benötigt etwa neun Stunden, um die Schale zu durchbrechen. Einen Tag nach dem Schlüpfen ist es bereit, das Nest zu verlassen und seinen Eltern zu folgen.
In der Natur beginnen die Küken im Alter von vier bis fünf Tagen, kleine Sandkörner, Eierschalenstücke und den Kot der erwachsenen Vögel vom Boden aufzupicken. Da Straußennester oft weit entfernt von Futter- und Wasserstellen liegen, ist es sehr praktisch, dass die Küken ihre Ernährung mit Nährstoffen beginnen, die in unmittelbarer Nähe ständig verfügbar sind. Der Kot enthält viele Ballaststoffe und notwendige Bakterien, die für den Start der Verdauung des Kükens und den Aufbau des Immunsystems unerlässlich sind.
Unsere Strauße werden in Belgien geboren und schlüpfen dort, von wo aus sie als winzige Küken zu uns reisen.
Wachstum und Anpassung
Küken wachsen rasant: Von 900 g Geburtsgewicht erreichen sie nach 10 Wochen bereits 10 kg. Ein ausgewachsener Strauß wiegt ca. 130 kg (unser Akseli bringt fast 200 kg auf die Waage!).
Obwohl sie aus Afrika stammen, sind sie sehr anpassungsfähig und vertragen Frost gut, weshalb sie auch im finnischen Winter nach draußen gehen.
Da ihr Gefieder kein Fett enthält, werden sie bei Regen schnell nass. Eine Erkältung durch Nässe ist fast die einzige Krankheit, die einen erwachsenen Strauß treffen kann.
In der Natur können sie bis zu 80 Jahre alt werden.
Exklusives Straußenfleisch
Straußenfleisch hat eine rote Farbe und ähnelt optisch ein wenig dem Rindfleisch. Es ist extrem gesund, da es weniger Fett als Hühnerfleisch und mehr Proteine als jede andere Fleischsorte enthält. Zudem ist das Fleisch cholesterinarm, zart und lässt sich leicht zubereiten.
Oft eignet sich das Fleisch auch für Personen, die aufgrund von Allergien andere Fleischsorten (wie Rind, Schwein oder Huhn) nicht verzehren können.
Auch die Haut des Straußes ist sehr geschätzt, da sie extrem zäh und widerstandsfähig ist. In Europa wird Straußenleder teilweise sogar höher bewertet als Krokodilleder. Die Federn werden nicht nur zum Basteln und für Dekorationsartikel verwendet, sondern auch in der Elektroindustrie, da sie eine einzigartige Fähigkeit zur Staubaufnahme besitzen und keinerlei Fett enthalten.
In unserem Restaurant können Sie Straußenfleisch probieren, und wir bieten auch Straußenfedern zum Verkauf an – sogar als fertige Staubwedel!
